Ausbildung Psychotherapeut

Die Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten und zum Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten kann in allen in Deutschland anerkannten wissenschaftlichen Psychotherapieverfahren absolviert werden: 

Gleiches gilt für die verschiedenen ärztlichen Weiterbildungen in Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Seit 2005 haben in der Akademie für Psychotherapie Erfurt 124 Ausbildungsteilnehmer ihre Ausbildung mit der Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten bzw. Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten erfolgreich abgeschlossen. 80 Ärzte haben ihre Psychotherapieweiterbildung absolviert. Weitere 68 Suchttherapeuten haben eine durch den Verband der Rentenversicherer anerkannte Weiterbildung zum Sozialtherapeuten für den Suchtbereich abgeschlossen.

 

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Fragen und Antworten

Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist die Behandlung von Krankheiten und krankheitswertigen Störungen durch psychologische Methoden. Dazu gehören psychotherapeutische Gespräche (auch in der Gruppe), Entspannungsverfahren, sogen. kognitive Methoden oder im Kindesalter auch Spieltherapie u.v.a.. Psychotherapeutische Hilfsmethoden wie Musik-, Gestaltungs- oder Kunsttherapie und körpertherapeutische Verfahren ergänzen das Spektrum psychotherapeutischer Angebote.

Was sind Gründe, psychotherapeutische Hilfe zu suchen? (auch bei Kindern und Jugendlichen)

  • Ängste
  • Depressionen
  • Arbeitsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Essstörungen wie Anorexie oder Bulimie
  • Sexuelle Störungen
  • Zwangsgedanken (z. B. Angst, jemanden zu schädigen, Waschzwang, Kontrollzwang)
  • sich wiederholende Beziehungsstörungen mit Partnern, mit Kindern oder im Beruf
  • körperliche Beschwerden, für die Ihr Arzt keine ausreichenden körperlichen Ursachen findet
  • Schmerzen, Erschöpfungszustände, Bluthochdruck, Herzbeschwerden, Magenschmerzen, Durchfälle, Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Hautkrankheiten
  • Psychosen in der Remission

 

Wie sind die Erfolgsaussichten von wissenschaftlicher Psychotherapie?

Die von uns angebotenen Psychotherapiemethoden haben in zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen ihre Wirksamkeit bewiesen. Unter der Voraussetzung, dass ein Patient verantwortungsvoll mitarbeitet, sind seine Aussichten auf nachhaltige Heilung oder Besserung gut. Einige Störungen (z.B. bestimmte Ängste und einige Depressionsformen) können bis zu 80-90% weitgehend beseitigt werden.

Von den Patienten, die an bestimmten schwereren Krankheiten (z.B. Persönlichkeitsstörungen) leiden, können immerhin durch intensive und nötigenfalls mehrmalige Behandlungen mehr als die Hälfte gut gebessert werden und weitere 20-30% können durch eine Verbesserung ihrer Lebensqualität von Psychotherapie profitieren.

Gemeinsame Merkmale aller Psychotherapieverfahren

Jede Psychotherapie setzt am Erleben und Verhalten an. Zum Erleben gehören z.B. Gefühle, Stimmungen, Bedürfnisse, Motive, Wünsche, Vorstellungen, Phantasien und Erinnerungen. Zum Verhalten gehören Handeln, Gestalten und Anpassen u.a.m..

Psychotherapeut und Patient tragen gemeinschaftliche Verantwortung für die Therapie Psychotherapie kann nur gelingen, wenn Patient und Psychotherapeut gut und vertrauensvoll zusammenarbeiten.

Natürlich sollten auch die Rahmenbedingungen unterstützend sein. Wenn Angehörige oder ihr berufliches Umfeld dagegen sind, dass sie sich und ihre Lebensumstände verändern wollen, um ihre Symptome zu beseitigen, kann die Behandlung sehr erschwert werden.

Es kommt oft darauf an, Veränderungen im Lebensalltag, im Umgang mit sich selbst und mit seinen Bezugspersonen auf den Weg zu bringen. Veränderungen können leichter beibehalten, vertieft und gefestigt werden, wenn sie den Alltag des Patienten selbst fühlbar positiv verändern

Worum geht es in der Psychotherapie?

In der Psychotherapie kann der Patient in einer geschützten Umgebung mit einem Therapeuten über sich und sein Anliegen sprechen.

Damit wird dem Patienten ein Raum eröffnet, schmerzliche und traumatische Erfahrungen, ängstigende Gedanken und Erinnerungen, positive und negative Gefühle und Impulse gedanklich dem Therapeuten und sich selbst gegenüber zuzulassen und zu regulieren.

Der Therapeut führt am Anfang mehrere Probegespräche mit dem Therapiesuchenden und entscheidet dann zusammen mit dem Patienten über die erforderliche Behandlungsmethode.

In den psychotherapeutischen Gesprächen werden verschiedene Aufgaben verfolgt:

  • Klärung von Therapiezielen und von Werten und Idealen, nach denen man leben will
  • Klären und Verstehen der persönlichen Entwicklung
  • Klären oder Durcharbeiten der Vergangenheit und Gegenwart
  • Verstehen eines besonderen Problems
  • Erkunden und Fördern eigenen Fühlens und Erlebens, aber auch des Einfühlens in Andere
  • Entwickeln von Problemlösungs- oder Therapieplänen
  • Aufbau, Entfaltung und Verbesserung von Fähigkeiten und Fertigkeiten (Kompetenzen)
  • Entwickeln schlummernder Möglichkeiten (Anlagen, Begabungen, Talente) und Förderung der Stärken und des Positiven („Ressourcenaktivierung“)
  • Überprüfung des Erfolges der psychotherapeutischen Arbeit (therapiebegleitende Evaluation und Kontrolle; Qualitätssicherung)

 

Besonderheiten der Psychotherapie für Jugendliche

Für die Psychotherapie von Jugendlichen gilt Vergleichbares, allerdings dem Alter entsprechend modifiziert. Bei Jugendlichen geht es häufig auch um die Auseinandersetzung mit der Familie, um Probleme der Entwicklung und Sexualität, der angemessenen Ablösung und Verselbständigung. Aus diesem Grund sind hier genauere Absprachen notwendig: bezüglich der Eltern-/Familiengespräche, der Schweigepflicht des Therapeuten und der Intimitätswahrung des Jugendlichen. In 5 probatorischen Sitzungen wird ein Behandlungsplan unter Einbeziehung der Bezugspersonen erarbeitet und erprobt, ob die angestrebte Behandlung für den Jugendlichen und seine Problematik angemessen ist. Kommt es zu einer Therapievereinbarung, kann nach ca. jeder fünften Behandlungsstunde ein zusätzliches Elterngespräch stattfinden.

Besonderheiten der Psychotherapie für Kinder

Bei kleineren Kindern findet Psychotherapie in der Regel als Spieltherapie statt. Über verschiedene gestalterische Elemente und den Einsatz kreativer Medien lernen Kinder traumatische Erlebnisse auszudrücken und zu verarbeiten.

Nach der Kontaktaufnahme erfolgt ein Erstgespräch mit der/den Bezugsperson/en (in der Regel Mutter oder Vater) des Kindes. Ob das Kind bei dieser ersten Sitzung schon dabei ist, entscheiden die Eltern.

In 5 probatorischen Sitzungen wird ein Behandlungsplan unter Einbeziehung der Bezugspersonen erarbeitet und erprobt, ob die angestrebte Behandlung für das Kind und seine Problematik angemessen ist. Kommt es zu einer Therapievereinbarung, findet nach ca. jeder fünften Behandlungsstunde ein zusätzliches Elterngespräch statt.

Besonderheiten einzelner Psychotherapieverfahren

Was sind die Besonderheiten der tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt. Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie geht davon aus, dass den aktuellen Problemen und Beschwerden ein innerpsychischer Konflikt zugrunde liegt, der auch die persönlichen Beziehungen des Patienten negativ beeinflusst. Im „Zentralen oder Kernkonflikt“ findet die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie die Ursache in der Persönlichkeit des Patienten, die die notwendige Veränderung blockiert. Der Patient erreicht durch die Einsicht in diese Zusammenhänge Veränderungen in seinem Erleben und Verhalten, wobei ihn der Psychotherapeut aktiv unterstützt

Was sind die Besonderheiten der analytischen Psychotherapie?

Diese Psychotherapieform hat sich aus der psychoanalytischen Therapie entwickelt und gleicht am ehesten dieser Therapieform, die auf Sigmund Freud zurückgeht und die älteste Form der Psychotherapie repräsentiert. Ziel der analytischen Psychotherapie ist das Bewusstmachen von verdrängten Gefühlen und Erinnerungen, die eine Entwicklung zum gesunden, selbständigen Individuum blockieren. Die Ursachen und Lösungen für gegenwärtige Probleme werden im Unbewussten und in der Vergangenheit des Patienten gesucht. Der Patient durchlebt im Laufe der Therapie die Konflikte von prägenden Entwicklungsphasen erneut um sie zu verarbeiten. Dies geschieht in der systematischen Analyse von Übertragung und Gegenübertragung. In der Regel finden bei dieser Therapieart 2-3 Sitzungen pro Woche im Liegen statt. Der Patient sollte die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Selbstanalyse mitbringen, damit psychoanalytische Therapie erfolgreich sein kann.

Was sind die Besonderheiten der Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Menschen ihr Verhalten und Erleben durch Erfahrungen im Laufe ihres Lebens erlernen. Eine psychische Krankheit entsteht dann, wenn die erlernten Muster problematisch oder unangemessen sind; etwa indem sie beim Patienten oder seiner Umgebung Leidensdruck verursachen. Der Psychotherapeut erarbeitet gemeinsam mit dem Patienten neue Verhaltens- und Erlebensmuster, die der Patient mit Hilfe verschiedener Methoden einübt. Ziel ist, die negativen Muster durch positive zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie ist eine gedanken- und handlungsorientierte, problembezogene Therapieform.

Wird Psychotherapie von den Kassen bezahlt?

Psychotherapie ist eine genehmigungspflichtige Leistung, die beantragt werden muss. Sie wird von den Kassen dann genehmigt, wenn sie durch einen

ärztlichen Psychotherapeuten oder

einen Psychologischen Psychotherapeuten oder

einen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten

durchgeführt wird, der von der kassenärztlichen Vereinigung zugelassenen oder ermächtigt wurde. Grundsätzlich werden nur in ihrer Wirksamkeit nachgewiesene wissenschaftliche Psychotherapieverfahren genehmigt. Die Antragstellung wird vom Psychotherapeuten organisiert.

In unserer Institutsambulanz werden nur von den Kassen genehmigte und bezahlte Behandlungen durchgeführt!